Sonder-Kontakt Nr. 28

Nachricht Selsingen, 02. März 2021

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde der Selsinger Kirchengemeinde, man könnte ihn für eine kleine Randnotiz auf dem Wege Jesu nach Golgatha halten. Zu dem Ort seiner Hinrichtung, der in die deutsche Sprache übersetzt Schädelstätte bedeutet. Simon von Kyrene wird zum Kreuzträger Jesu. Doch diese kleine Randnotiz erzählt uns mehr, als wir auf den ersten Blick vermuten können. Sie erzählt uns etwas über das Leben:

Kein Mitleid, keine Nächstenliebe und kein demonstrativer Protest trieben Simon von Kyrene dazu die Last des Kreuzes auf sich zu nehmen. Nein, er wurde dazu, von den römischen Soldaten gezwungen.

Er war jemand, der zufällig vorüberging, mit den Gedanken vielleicht schon bei seiner Familie Zuhause oder bei den alltäglichen Dingen, die er noch zu erledigen hatte. Doch dann wird er herausgerissen aus seinem Alltag. Er wird ausgewählt, um für den erschöpften Jesus das Kreuz bis zum Ende des Weges zu tragen. Eigentlich war Simon von Kyrene nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

Nur selten wird jemand willentlich zum Kreuzträger. Das Kreuz tritt oft ganz plötzlich in unser Dasein. Es bricht ein mitten in unseren Alltag. Eine plötzliche Krankheit, ein Schicksalsschlag, ein erlittenes Unrecht oder die eigene Schuld und schon hat man ein Kreuz zu tragen, dessen Last man kaum ertragen kann.

Simon war eben noch ein außenstehender Zaungast, nun, als er Jesus unter die Arme greift, legt sich eine Last auf seine Schulter, die Last Jesu und erst jetzt beginnt er darüber nachzudenken, was es bedeutet, diese Last zu tragen. Manchmal fällt es uns leichter, etwas nachzuvollziehen, wenn wir selber einmal diese oder eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Jetzt, wo Simon unter der Last des Kreuzes schwer zu tragen hat, bekommt er selbst eine Ahnung davon, wie es wohl sein muss, in Jesu Haut zu stecken und dem sicheren Tod entgegen zu gehen. Er bekommt aber auch einen Eindruck davon, wie es wohl ist, die Last von anderen zu tragen. Und dann… ?

Was die Begegnung für Simon die Begegnung mit Jesus aus macht, verrät uns die Bibel nicht. Das Markus-Evangelium erzählt nur davon, dass Simon zwei Söhne hatte. Die Namen dieser Söhne tauchen auch in den späteren Paulus-Briefen wieder auf, unter den Missionaren, die das Christentum weiter verbreiten. Hat diese Erfahrung Simon von Kyrene so sehr geprägt, dass er später zu den Jüngern Jesu gegangen ist und sich von ihnen die ganze Geschichte über Jesus hat erzählen lassen?

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“  (Matthäus 11 Vers 28+30)

Hat er sich Jesus zum Vorbild genommen als einen Mann, der viel erdulden musste, es von Anfang an wusste und trotzdem seinen Weg weiter gegangen ist? Wunder vollbrachte und den Menschen von der Liebe und Güte Gottes berichtete?                                                      

Herzliche Grüße!                                                                            Hendrik Topp

Ps: Die Gesamtausgabe des Sonderkontaktes können Sie auf dieser Seite als PDF herunterladen.

Hendrik Topp
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